Freitag, 03 August 2018 00:00

Natur pur – Brustvergrößerung mit Eigenfett

Was lange Wunschdenken war, ist heute kein Problem mehr. Denn bei der Brustvergrößerung mit Eigenfett können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: „Diese Form der Brustvergrößerung ist tatsächlich zu 100 % ‚bio´ und es können gleich mehrere Problemzonen behandelt werden“, erklärt Dr. med. Annett Kleinschmidt, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Fachärztin für Chirurgie (ÄK Berlin). Die Brustvergrößerung mit Eigenfett ist vor allem bei Frauen beliebt, die sich nicht vorstellen können, einen Fremdkörper wie etwa ein Silikon-Brustimplantat in ihrem Körper zu tragen. „Positiv bei dieser Lipofilling genannten Brustvergrößerung mit Eigenfett: Es kommt noch seltener zu Komplikationen als bei der klassischen Brustvergrößerung mittels Silikonkissen, sodass sich viele Patientinnen für diese Methode entscheiden“, so die Expertin Dr. Kleinschmidt. Bei dieser Behandlung werden die Brüste mit dem eigenen Fettgewebe der Patientin unterspritzt. „Im Gegensatz zu einem operativen Eingriff ist diese Behandlung schonend und minimal invasiv. Es entstehen keine zusätzlichen Narben und keine Abstoßungsreaktionen und das Ergebnis sieht ganz natürlich aus. Die Brust wirkt weich und beweglich.“

Zwischen drei und fünf Stunden dauert der ambulante Eingriff, bei dem zunächst das Fettgewebe steril gewonnen und dann steril gefiltert wird. Anschließend wird dieses Fett dann zum Auffüllen der Brust genutzt. Ungefähr 400 g Fettgewebe pro Brust können dabei in einer Sitzung übertragen werden. Da das Fett aber teilweise im Körper wieder verstoffwechselt wird, muss bei dem Eingriff zunächst ein höheres Volumen eingespritzt werden, als für das Endergebnis nötig ist. „Die Einheilungsrate liegt bei ungefähr 75%, nur in sehr seltenen Fällen, wie bei schweren Rauchern oder bei einem schlechten Immunsystem, liegen die Fettanwachsraten bei unter 70%“, sagt Dr. Kleinschmidt.

Die Ergebnisse eines solchen Eingriffs halten in der Regel ein Leben lang. „Allerdings treten auch bei dem transplantierten Fettgewebe nach starken Stoffwechselveränderungen mit Gewichtsreduktionen über 20 kg körperliche Veränderungen an der mit Fett vergrößerten Brust auf. Dazu gehört zum Beispiel die Veränderung der Gewebekonsistenz hinsichtlich Spannung und Form der Brust. Dr. Kleinschmidt ergänzt: „Wir Chirurgen können den Anfang machen. Sport und eine gesunde Ernährung helfen anschließend dabei, das Ergebnis zu sichern.“

Wichtig ist, dass diese Behandlung von einem Spezialisten durchgeführt wird. Denn nur ein Experte weiß, welches Fettgewebe sich für die Vergrößerung der Brust eignet und wie die Fetteinwachsraten von 70% im Bereich der Brüste sichergestellt werden. Außerdem muss beachtet werden, dass weder bei der Entnahme noch bei der Einspritzung des Fettes Dellen oder Beulen entstehen. Beim Einspritzen wiederum muss mit einem Mikroinstrumentarium gearbeitet werden, um Dellen und Knötchen zu vermeiden und einen guten Gefäßanschluss im Bereich gut durchbluteter Areale (Brustmuskel und Gefäß-Nerven-Plexus) zu ermöglichen. Deshalb werden Brustvergrößerungen mit Eigenfett mit einem großen Volumen nur in mehreren Sitzungen durchgeführt. „Für den Sprung von einem A- auf ein C-Körbchen benötigt man mindestens zwei Sitzungen“, sagt Annett Kleinschmidt, „wenn der Eingriff von einem Spezialisten durchgeführt wird, bestehen dann allerdings so gut wie keine Risiken bei dieser Form des Lipofillings.“

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