Donnerstag, 25 Juni 2020 09:06

ENTWÜRFE FÜR DAS WEBERQUARTIER WERDEN VORGESTELLT

Am 4. Juni wählten die Obergutachter, bestehend aus Vertretern des Bauherren, der Kreisstadt Steinfurt, Fachvertretern aus Stadtplanung und Architektur sowie Sachvertretern aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich einstimmig den Entwurf von Atelier Kempe Thill von Architekten und Planern aus Rotterdam zu ihrem Favoriten. „Alle vier eingereichten Entwürfe weisen eine hohe städtebauliche Qualität auf und haben die vorgegebenen Flächenanforderungen für Reha, Pflege und Wohnen in sehr unterschiedlichen Konzepten umgesetzt. Unsere Aufgabe im Rahmen der Gutachtersitzung war es, aus den sehr guten Entwürfen einen Favoriten zu bestimmen“, erläuterte Florian Krochmann, Geschäftsführer des Projektentwicklers IGP Projekt GmbH und Mitgesellschafter der Besitzgesellschaft. Mit der Auswahl des favorisierten städtebaulichen Entwurfs ist das von allen Ratsfraktionen gewünschte städtebauliche gutachterliche Verfahren abgeschlossen.

Auf Basis des gewählten Entwurfs soll im nächsten Schritt das städtebauliche Konzept für den zukünftigen Mauritius Health and Care Campus nach den Vorstellungen der Kreisstadt und des Entwicklers weiter vertieft und detailliert werden. Welches Architekturbüro die weiteren Planungen durchführen wird, war nicht Bestandteil des städtebaulichen gutachterlichen Verfahrens. Damit auch die Öffentlichkeit sich frühzeitig ein Bild von dem Favoriten und den drei weiteren Entwürfen machen kann, werden diese am 25. Juni um 18 Uhr im Rahmen der 46. Ratssitzung in der Kreisstadt Steinfurt den Fraktionen und der Öffentlichkeit vorgestellt. (Vorsicht: nur begrenzte Personenzahl möglich, wegen Corona!) „Der Abschluss des städtebaulichen gutachterlichen Verfahrens ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des ehemaligen Weberquartiers“, fasste Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer nach der Juryentscheidung zusammen und ergänzt: „Nun stimmen die Ratsmitglieder über die Vorlage ab, die den Favoritenentwurf zur Grundlage hat, um möglichst zeitnah das Bau- und Planungsrecht für den zukünftigen Mauritius Health and Care Campus schaffen zu können. Anschließend ist ab dem 26. Juni die öffentliche Ausstellung der Entwürfe in den Schaufenstern an der Münsterstraße 8a vorgesehen.“ Der Entwickler ist mit der Zusammenarbeit in Steinfurt sehr zufrieden: „Besonderer Dank gilt Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Baudezernent Hans Schröder sowie dem Fachdienstleiter für Stadtplanung und Bauordnung Stefan Albers für die Unterstützung des Planungsprozesses und für die sehr partnerschaftliche und engagierte Zusammenarbeit. Ebenso danken wir den Vertretern der Fraktionen für die Begleitung der Planungen und für die Teilnahme an der Vorstellung der Entwürfe im Rahmen des städtebaulichen gutachterlichen Verfahrens, allen voran Ratsmitglied Norbert Kerkhoff von der CDU-Fraktion für die Unterstützung, Josef Kamer von der SPD-Fraktion, Josef Wübben von der FDP-Fraktion, Kurt Lewandowski von der FWS-Fraktion und Christian Franke von der GAL-Fraktion sowie allen anderen engagierten Ratsmitgliedern. Wir haben zu jeder Zeit das Gefühl, dass die Stadt Steinfurt und ihre Vertreter ein offenes Ohr für unsere Belange haben, und sind dankbar für die partnerschaftliche Entwicklung des Mauritius Health and Care Campus. “, sagt Florian Krochmann von der IGP Projekt GmbH.

Das am 25. Juni im Rat vorgestellte städtebauliche Gutachten dient als Grundlage für das anstehende B-Planverfahren. Dieses soll als beschleunigtes Verfahren (Bebauungspläne der Innenentwicklung) gemäß § 13a BauGB durchgeführt werden. Auf dem Gelände haben schon die ersten Arbeiten begonnen, um Bodenproben zur Prüfung von Verunreinigungen zu nehmen. Anschließend folgt noch in diesem Jahr die Bodensanierung. Geplanter Baustart ist voraussichtlich im Frühjahr 2021.

Diese vier Architekturbüros waren an dem städtebaulichen gutachterlichen Verfahren beteiligt:

• Atelier Kempe Thill von Architekten und Planern, NL 3044 BC Rotterdam (Favorit)

• Franken \ Architekten GmbH, 60329 Frankfurt/Main • Hillebrand + Berlekamp Architekten BDA GbR, 48268 Greven

• kleyer.koblitz.letzel.freivogel Architekten, 10999 Berlin

ÜBER DAS PROJEKT

Auf den Flächen des ehemaligen Weberquartiers plant der Projektentwickler, die IGP Projekt GmbH, die Realisierung eines Quartiers mit den Nutzungen Reha, Pflege und Wohnen. Um der hohen städtebaulichen Bedeutung des Weberquartiers Rechnung zu tragen, wurde ein städtebauliches gutachterliches Verfahren durchgeführt. „Der Gesundheitscampus und die neuen Wohnungen sollen sich in das bestehende Stadtgefüge integrieren, damit ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann“, erläutert Nils Schülke von der IGP Projekt GmbH. Dabei soll ein städtebauliches Gesamtkonzept für ein innovatives und vielseitig nutzbares Quartier entwickelt werden, das sich optimal in den Ort einfügt und das historische Umfeld aufgreift. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der funktionalen Verbindung des benachbarten UKM Marienhospital Steinfurt mit dem neuen Campus.

Die finale Nutzungsaufteilung steht aufgrund der laufenden Planungen noch nicht fest. Der größte Teil der Fläche könnte für die Rehaklinik reserviert werden, die durch Nutzungen wie den Therapiebereich und ein Bewegungsbad ideal ergänzt würde. Ein kleinerer Teil steht für das Pflegeheim zur Verfügung, das durch eine Pflegeschule und Appartements für die Pfleger ergänzt werden könnte. Zur Arrondierung des Areals ist in einem untergeordneten Maßstab, Wohnungsbau vorgesehen. Zusätzlich ist auch eine Kita auf dem Areal geplant. „In enger Abstimmung mit dem zur Universitätsklinik Münster gehörenden Marienhospital Steinfurt wollen wir in Steinfurt einen Modellstandort schaffen, der das optimale Zusammenspiel von Akutkrankenhaus, stationärer sowie ambulanter Rehabilitation ermöglicht“, erläutert Stefan Gräf, Vorstand der IGP Advantag AG.

GESCHICHTE DES WEBERQUARTIERS IN STEINFURT, OT BORGHORST

Das Planungsgebiet für den neuen Campus befindet sich in prominenter Lage zwischen Rathaus, St. Nikomedes Pfarrkirche und dem UKM Marienhospital Steinfurt. Der Bahnhof ist rund 1,3 Kilometer entfernt. Ihren Namen verdankt das Weberquartier der „Maschinen-Weberei Brinkhaus & Wischbrock“, die ca. 1860 den Betrieb auf diesem Gelände aufnahm. Der überwiegende Produktionsschwerpunkt lag in der Vorbereitung und Verarbeitung von Garnen. Ende der 1980er Jahre wurde der Betrieb eingestellt. Nach mehreren Bränden in den leerstehenden Fabrikgebäuden wurden diese im Frühjahr 2018 durch die Stadt größtenteils abgebrochen. Das historische Weberquartier und seine Umgebung gelten als Siedlungsursprung des Stadtteiles Borghorst.

ÜBER DIE IGP PROJEKT GMBH

Die IGP Projekt GmbH entwickelt und realisiert vielfältige Immobilienprojekte aller Assetklassen mit dem Fokus auf die Metropolregionen Berlin und Rhein-Ruhr. Das interdisziplinäre Team aus Architekten, Bauingenieuren und Stadtplanern erkennt die Potenziale der Liegenschaften, entwirft wirtschaftliche Konzepte und schafft nachhaltigen Mehrwert für die Standorte. Unser Ziel: Schaffung von markt- und standortgerechten Objekten.

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