Mittwoch, 17 Februar 2021 16:00

Die Zeit ist reif - innovative Konzepte in der flächendeckenden Gesundheitsversorgung sind nun mehr notwendig denn je

„Der Wandel im Gesundheitssystems ist unaufhörlich und durch die Pandemie deutlich sichtbar geworden. Die Immobilienstrukturen sind nicht mehr zeitgemäß und sollten innovativen zukunftsträchtigen Immobilien- und Versorgungskonzepten weichen“, so Dr. Stephan Engels.

Der Geschäftsführer der IGPmed, einer Tochter der IGP Advantag, und seine Mitarbeiter haben sich auf die Beratung und Projektentwicklung in der Gesundheitswirtschaft spezialisiert. Unter dem Dach der IGP profitiert sie nun von einem Netzwerk aus Ärzten, Architekten, Energieexperten, Finanzfachleuten, Ingenieuren und Projektentwicklern, um die Erfordernisse der Gesundheitswirtschaft und der Projektentwicklung zu vereinen und diese in anspruchsvoller Architektur nutzergerecht zu realisieren. Die IGPmed gehört zu 51 % der IGP Beteiligungs AG, die seit dem 1.1.2021 eine 100%ige Tochter der börsennotierten IGP Advantag AG ist.

In Deutschland konnte eine vollkommene Überforderung des Gesundheitssystems durch Corona bislang vermieden werden, trotzdem sind Schwächen des Gesundheits- und Pflegesystems deutlich sichtbar geworden. Sie betreffen nach Einschätzung von Dr. Engels vor allem die Segmente Akutkrankenhäuser und die stationären Pflegeeinrichtungen. „Die Notwendigkeit des Handelns bestand bereits vor Corona. Aber aufgrund der Erfahrungen in der Pandemie hat sich der Handlungsdruck noch erhöht“, erläutert er und ergänzt: „Zudem müssen nun die zur Optimierung unseres Gesundheitssystems erforderliche Investitionen getätigt werden.“

Beispielsweise zeigen die hohen Infektions- und Sterbezahlen in den stationären Pflegeeinrichtungen die dringende Notwendigkeit für eine Verbesserung der Hygienebedingungen in diesen Einrichtungen bzw. eine generelle Überlegung und Anpassung des Systems.

Experten wie Engels erwarten in Zukunft die Stärkung des Service-Wohnens, etwa durch innerstädtische Quartierslösungen oder die Entwicklung von Gesundheitsstandorten, die Sektorengrenzen überwinden und Service-Wohnen, stationäre Pflege und medizinische Versorgung in einem Quartier kombinieren. Gerade ländliche Regionen stehen vor großen Herausforderungen, die medizinische Versorgung ihrer Bürger aufrecht zu erhalten. „Die Babyboomer, die nun älter werden, wünschen sich möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben, entsprechend hoch ist die Präferenz für Wohnformen, die eine medizinische Versorgung integrieren. Gemeinsam mit unseren Schwestergesellschaften der IGP Gruppe entwickeln wir nach diesem Vorbild den intersektoralen Gesundheitsstandort Mauritius Health and Care Campus in Steinfurt (NRW). Dort befinden sich alle medizinisch relevanten Nutzungen in fußläufiger Entfernung, etwa ein Akutkrankenhaus, ein medizinisches Versorgungszentrum, eine Pflegeeinrichtung, Service-Wohnungen und eine Rehaklinik“, führt Engels aus.

Mit dem Campus-Konzept können neue Strukturen einer sektorenübergreifenden Versorgung aufgebaut werden. Prävention, ambulante Versorgung, stationäre Versorgung, Rehabilitation sowie Gesundheitsförderung in einem ganzheitlichen Konzept.

Überdies macht der Spezialisierungsdruck und die damit verbundenen technischen Anforderungen die Konzentration der Krankenhäuser auf wenigere, aber größere Standorte notwendig.

Dabei ist zu beachten, dass die Bundesländer weiterhin ihre Pflicht zur Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser vernachlässigen und damit langfristig die Gesundheitsversorgung gefährden. Allein in den letzten zehn Jahren hat sich ein Investitionsstau von mindestens 30 Milliarden Euro aufgetürmt. Das ist einmal mehr das Ergebnis der von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) erstellten Bestandsaufnahme zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung.

Seit 1991 (2.411 Krankenhäuser) hat sich die Anzahl der Krankenhäuser um mehr als 20 Prozent verringert. Gleichzeitig lag die Zahl der Krankenhausfälle mit knapp 19,4 Millionen auf einem gleichbleibend hohen Niveau. „Diese Zahlen machen deutlich, dass wir einen fortschreitenden Rückgang von Krankenhäusern haben. Aber dieser Prozess ist nicht strukturiert und durch eine aktive Krankenhausplanung erzeugt, sondern vielmehr das Ergebnis einer ungesteuerten Strukturbereinigung“, führt Engels aus.

Dieses belegt weiterhin den tiefgreifenden Wandel der Krankenhauslandschaft. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, sollte der Wandlungsprozess strukturiert und sinnvoll gestaltet werden. Dann können die Investitionsaufwendungen in zukunftsträchtige und nachhaltige Versorgungsstrukturen fließen und nicht die Erhaltung der „veralteten“ Bestandsstrukturen verschwendet werden.

Eine Versorgung in der Fläche könnte durch intersektorale Versorgungsangebote unterstützt und die Verweildauern in den Akutkrankenhäusern reduziert werden. Die Attraktivität einer Kommune erhöht sich durch die Entwicklung dezentraler Versorgungsstrukturen.

Die Zusammenlegung von Standorten erlaubt stattdessen sinnvolle Investitionen in die Infrastruktur.

Ein weiteres akutes Thema in der Gesundheitsbranche ist die Energieeffizienz, denn zunehmend werden die Energie- und Betriebskosten zum relevanten Kostenfaktor. „Aufgrund ihrer großen Flächen und der häufig ungünstigen Baujahre stellen viele Gesundheitseinrichtungen große Energieverbraucher und CO2-Emittenten dar. Grob gesagt benötigt ein Krankenhausbett genauso viel Energie wie zwei Einfamilienhäuser im Jahr. Wir können die Betreiber bei der Energieeffizienz beraten und sie durch Contracting und den Handel mit CO2-Zertifikaten entlasten“, fasst Engels zusammen.

Die IGPmed vereint mit ihren Experten und im Verbund des Konzerns die Kompetenzen der strategischen Neuausrichtung, der Planung und Projektierung bis hin zur vollständigen Ausstattung. Darüber hinaus können auch Bestandsimmobilien energetisch saniert werden. Abgerundet wird dieses durch Kooperationspartner und Finanzierungspartner, die eine vollumfängliche Beratung und Sicherstellung der Finanzierung gewährleisten.

ÜBER DIE IGP ADVANTAG

Die in Berlin ansässige IGP Advantag (ISIN: DE000A1EWVR2, WKN: A1EWVR) ist ein integrierter Infrastrukturdienstleister mit ausgeprägtem Spezialwissen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der AEC-Industrie (AEC: Architecture, Engineering and Construction). Das Dienstleistungsspektrum reicht von der Klärung planungs- oder baurechtlicher Sondersituationen über die Generalplanung und Projektsteuerung sowie die Durchführung und Bauleitung bis zur Objekt- und Qualitätsüberwachung sowie Inbetriebnahme. 1998 gegründet, verfügt die IGP-Gruppe über langjährige Erfahrung und beschäftigt heute mehr als 350 hochqualifizierte Mitarbeiter.

In einem von vielen kleinen regionalen Nischenanbietern und wenigen großen Immobilien- und Baukonzernen geprägten Markt vereint die IGP Advantag hohe Wertschöpfungstiefe und hohen Dienstleistungsanteil auf einzigartige Weise. Wiederholte Erfolge bei Ausschreibungen für öffentliche Spezialbauten sowie Referenzen aus zahlreichen internationalen Großprojekten sind Beleg für die hervorgehobene Wettbewerbsposition. Mit der eigenen BIM-Software [überbau] verfügt der Konzern zudem über eine umfassende Lösung zur Prozessdigitalisierung, resultierend in überdurchschnittlicher Effizienz und Budgetdisziplin.

Einen Großteil der Gesamtleistung erzielt die IGP Advantag mit Auftraggebern im öffentlichen Sektor. Die Schwerpunkte liegen auf Bildungs- und Gesundheitsimmobilien, grünen Büro-immobilien sowie relevanten Infrastrukturprojekten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Logistikstandorten. Entsprechende Gebäude wie Krankenhäuser oder Schulen sind oft sehr energieintensiv, weshalb Nachhaltigkeitsthemen von Green Building bis zum Emissionshandel von hoher Relevanz für die IGP Advantag sind. Insgesamt adressiert der Konzern mit seinem Leistungsportfolio ganz stark langfristige Megatrends wie Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und Digitalisierung.

Diese Pressemitteilung sowie die darin enthaltenen Informationen stellen weder in der Bundesrepublik Deutschland noch in einem anderen Land ein Angebot zum Verkauf oder eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren der IGP Advantag dar. Eine die Aktien der Advantag Aktiengesellschaft betreffende Investitionsentscheidung sollte ausschließlich auf der Basis der geprüften Jahresabschlüsse sowie des gebilligten Wertpapierprospektes erfolgen, der unter https://www.igp-advantag.ag/finanzberichte veröffentlicht worden ist.

 

 

 

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